Quick Answer: Philips bietet mit der HomeRun-Serie vier relevante Saugroboter-Modelle für den deutschen Markt: die günstigere 3000 Series Aqua (4.000 Pa, inzwischen ab ca. 409 €, Preis seit Launch spürbar gefallen), die mittleren 5000 und 7000 Series (mittlerweile beide unabhängig getestet) und die 9000 Series Aqua als Flaggschiff (8.000 Pa, Absaugstation, ab ca. 497 €). Wichtig zu wissen: Philips baut die Geräte nicht mehr selbst — seit dem Verkauf der Haushaltsgeräte-Sparte 2021 entwickelt das niederländische Unternehmen Versuni die HomeRun-Serie unter Lizenz des Philips-Namens. Laut testberichte.de erreicht die 3000 Series die Note 2,3 (gut, mit Schwächen bei Teppichböden), die 5000 Series kam bei Stiftung Warentest (Ausgabe 1/2026) nur auf 3,1 (befriedigend), während die 9000 Series in einem Vergleichstest von Haus & Garten Test sogar 1,4 (sehr gut) erzielte.
Zuletzt aktualisiert: 29.09.2026 — Preise für die 3000 Series deutlich nach unten korrigiert (Straßenpreis-Verfall seit Launch) und Testdaten für die 5000/7000 Series ergänzt, die bei Erstveröffentlichung dieses Artikels noch fehlten.
Ein Lizenzname, kein Philips-Inhouse-Produkt
Wer “Philips Saugroboter” sucht, erwartet vermutlich ein Gerät aus der klassischen Philips-Entwicklungsabteilung. Tatsächlich verkaufte Philips seine gesamte Haushaltsgeräte-Sparte 2021 an das neu gegründete niederländische Unternehmen Versuni mit Sitz in Amsterdam. Versuni entwickelt und produziert seitdem nicht nur die Saugroboter-Serie HomeRun, sondern auch Kaffeevollautomaten unter den Marken Saeco und Gaggia — und nutzt den Namen “Philips” dabei ausschließlich per Lizenzvertrag von Koninklijke Philips N.V.
Das ist ein ähnliches Muster wie bei Yeedi, das als 100-prozentige Tochtermarke von Ecovacs baugleiche Komponenten nutzt, oder bei MOVA als Schwestermarke von Dreame — nur dass Versuni und Philips komplett eigenständige Unternehmen mit einem reinen Lizenzverhältnis sind, keine gemeinsame Konzernstruktur. Etwas anders gelagert ist der Fall bei Miele, das seine Scout-RX3-Serie in Partnerschaft mit einer Kapitalbeteiligung am koreanischen Hersteller Yujin Robot entwickelt — dort bringt der deutsche Hersteller zumindest eigene Software ein, statt nur einen Namen zu verleihen. Für Käufer:innen bedeutet das bei Philips vor allem: Der Name “Philips” ist bei Saugrobotern kein Garant für die aus TVs oder Rasierern bekannte Philips-Ingenieurskunst, sondern ein zugekauftes Markenversprechen.
Die HomeRun-Modelle im Überblick
| Modell | Saugkraft | Ausstattung | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| HomeRun 3000 Series Aqua (XU3000) | 4.000 Pa | Saugen + Wischen, LiDAR-Navigation, nur Ladestation | ab ca. 409 € |
| HomeRun 3000 Series Aqua (XU3100) | 4.000 Pa | wie XU3000, zusätzlich Absaugstation | ab ca. 399 € |
| HomeRun 5000 Series (XU5100) | k.A. | Saugen + Wischen, Stiftung Warentest 3,1 "befriedigend" | ab ca. 639 € |
| HomeRun 7000 Series Aqua (XU7100) | 5.000 Pa | starke Hartboden-Saugkraft, kleiner 240-ml-Wassertank | Preis variiert stark je nach Händler |
| HomeRun 9000 Series Aqua (XU9100) | 8.000 Pa | Absaugstation inklusive, Mopp-Anhebung auf Teppich, D-ToF-Sensoren | ab ca. 497 € |
HomeRun 3000 Series Aqua — der Einstieg
Philips HomeRun 3000 Series Aqua
- 4.000 Pa Saugkraft, LiDAR-Lasernavigation und rund 200 Minuten Laufzeit pro Akkuladung.
- Laut testberichte.de solide Grundausstattung bei Setup und Kartierung, aber spürbar schwächere Reinigungsleistung auf Teppich als bei etablierten Marken.
- Notebookcheck bemängelt zusätzlich eine wenig ausgereifte App im Vergleich zur Konkurrenz.
- XU3000 kommt nur mit Ladestation, für automatische Entleerung ist die XU3100-Variante mit Absaugstation nötig — die inzwischen mit ca. 399 € teils sogar günstiger gelistet ist als das Basismodell.
HomeRun 9000 Series Aqua — das Flaggschiff
Philips HomeRun 9000 Series Aqua
- 8.000 Pa Saugkraft mit PowerCyclone-Aqua-Technologie, deutlich über der 3000er-Serie.
- 6.300 bis 6.500 mAh Akku für rund 280 Minuten Laufzeit, D-ToF-Hinderniserkennung.
- Absaugstation inklusive, Mopp wird auf Teppich automatisch angehoben — vermeidet nasse Streifen auf Textilböden.
- Trotz Flaggschiff-Status im Vergleichstest oft günstiger im Straßenpreis als das kleinere 3000er-Modell.
Zwischen beiden Serien positioniert Versuni außerdem eine 5000 und 7000 Series als Mittelklasse-Modelle. Anders als noch bei Erstveröffentlichung dieses Artikels liegen inzwischen auch dafür unabhängige Testdaten vor: Stiftung Warentest bewertete die 5000 Series (XU5100) in Ausgabe 1/2026 nur mit 3,1 (“befriedigend”) — Saugkraft “sehr gut”, aber Wischleistung nur “ausreichend”. Die 7000 Series Aqua (XU7100) erreichte bei testberichte.de 2,2 (“gut”) mit starker Hartboden-Saugkraft, aber einem kleinen 240-ml-Wassertank, der fast täglich nachgefüllt werden muss.
Wo Philips überzeugt
- 9000 Series mit starkem Testurteil. 1,4 (“sehr gut”) bei Haus & Garten Test im direkten Vergleich mit fünf Konkurrenzmodellen — ein Ergebnis, das viele bekanntere Marken auf dieser Seite nicht erreichen.
- Günstiger Einstieg in Absaugstations-Technik. Ab ca. 497 € für ein Flaggschiff mit automatischer Entleerung liegt am unteren Ende dessen, was vergleichbar ausgestattete Geräte kosten.
- LiDAR-Navigation bereits im Einstiegsmodell. Anders als bei manchen Discounter-Marken wie Medion setzt selbst die günstigere 3000 Series auf Lasernavigation statt einfacherer Kamera-Systeme.
Wo Philips schwächelt
- Kein Philips-Inhouse-Produkt. Entwicklung und Produktion liegen komplett bei Versuni — wer bewusst “echte” Philips-Technik sucht, sollte das wissen.
- 3000 Series schwächelt auf Teppich. Testberichte.de bestätigt spürbare Schwächen bei der Teppichreinigung — für teppichlastige Haushalte eher ungeeignet, siehe Saugroboter für Teppich.
- Wenig ausgereifte App. Notebookcheck und weitere Tester kritisieren die App-Integration als hinter der Konkurrenz zurückliegend.
- 5000 Series schneidet bei Stiftung Warentest schwach ab. Mit 3,1 (“befriedigend”) liegt sie deutlich hinter der 9000 Series zurück — vor allem die Wischleistung überzeugt die Tester nicht.
Für wen lohnt sich Philips?
| Situation | Passt Philips? |
|---|---|
| Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Absaugstation gesucht | Ja — die 9000 Series bietet für ca. 497 € ein sehr gut getestetes Komplettpaket |
| Überwiegend Teppichböden im Haushalt | Eher nein — bei der 3000 Series bestätigt testberichte.de Schwächen, siehe Saugroboter für Teppich |
| Wert auf "echte" Philips-Ingenieurskunst | Bedingt — Entwicklung liegt komplett bei Lizenznehmer Versuni |
| Günstigster Einstieg mit LiDAR gesucht | Ja — die 3000 Series bietet Lasernavigation bereits ab ca. 549 € |
Einen grundsätzlichen Überblick über alle Preisklassen findest du im großen Saugroboter-Test; wer stattdessen ein bekannteres Markenumfeld mit ausführlicherer Testhistorie sucht, findet Alternativen im Vergleich Roborock gegen Dreame.
Fazit
Philips tritt bei Saugrobotern nicht mit eigener Ingenieurskunst an, sondern als Lizenzname für die Versuni-Serie HomeRun — ein Detail, das die meisten Käufer:innen nicht kennen, aber die Kaufentscheidung nicht negativ beeinflussen muss. Die HomeRun 9000 Series Aqua überzeugt mit einem sehr guten unabhängigen Testurteil zu einem überraschend niedrigen Preis, während die günstigere 3000 Series vor allem für Hartboden-Haushalte interessant ist. Wer maximale Saugkraft jenseits von 20.000 Pa sucht, findet diese eher bei chinesischen Flaggschiffen wie dem Roborock Saros 20; wer ein solides, gut getestetes Gesamtpaket zu fairem Preis will, bekommt das bei Philips HomeRun.